Nahrungsergänzungsmittel von A-Z

Acai

Acai-Beeren sind die Früchte der Kohlpalme, welche vor allem im Amazonasgebiet wächst. Sie sind etwa 1 cm groß und tragen im Erntestadium eine purpurrote Haut. Aufgrund ihrer hohen Konzentration an Antioxidanzien und Fettsäuren werden sie auch als „brasilianische Wunderbeeren“ beworben. Daneben werden Acai-Beeren entzündungshemmende und das Immunsystem stärkende Eigenschaften nachgesagt.

Inhaltsstoffe von Acai-Beeren

Acai-Beeren bestehen etwa zur Hälfte aus Fett und sind deshalb kalorienreich (250 kcal pro 100 g). Für Nahrungsergänzungsmittel wird meist mit Wasser verdünntes Fruchtmark (Pulpe) unterschiedlichster Qualität verwendet. Das Fruchtmark enthält noch 5–8 % Fett und etwa 3,6 % Zucker.
Acai ist reich an Mineralstoffen wie Kalzium (bis 300 mg pro 100 g Beeren) und Mangan (ca. 5 mg pro 100 ml Fruchtmark). Darüber hinaus enthält Acai den dunkelroten Farbstoff Anthocyan, dem man eine antioxidative Wirkung zuschreibt.

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Acai wird unter anderem im Form von Pulver eingenommen. Dazu werden pro Tag 2 Teelöffel des Pulvers in Flüssigkeit oder Joghurt eingerührt.

Acai-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel

Es gibt Acai-haltige Nahrungsergänzungsmittel als Saft, gefriergetrocknetes Pulver und Kapseln. In ihrer genauen Zusammensetzung und Konzentration unterscheiden sich die verfügbaren Produkte teils erheblich voneinander.

Die gesundheitlichen Wirkungen von Acai-Produkten sind umstritten. Es gibt keine klinischen Studien, welche die nachgesagten entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften von Acai-Produkten untersuchten.

Den Ruf als Wunderbeere trägt die Acai zu unrecht. Denn im Mineralstoff- und Antioxidanzien-Gehalt stehen viele einheimische Früchte der Acai-Beere nicht nach – und das zu deutlich günstigeren Preisen und ökologischeren Bedingungen. Zudem wiest die Verbraucherzentrale darauf hin, dass über handelsübliche Acai-Produkte in den meisten Fällen keine ernährungsphysiologisch relevante Menge an Anthocyanen aufgenommen wird.

Für wen sind Acai-Produkte geeignet?

Acai-Produkte sind für Menschen geeignet, die Antioxidanzien und Mangan zuführen möchten. Beides lässt sich jedoch auch in ausreichender Menge über einheimische Lebensmittel aufnehmen. Hier ist also eher die geschmackliche Vorliebe entscheidend. Zur Gewichtsreduktion sind Acai-Produkte aufgrund des hohen Fettegehaltes nicht zu empfehlen.

Wechsel- und Nebenwirkungen von Acai-Produkten

Durch den Verzehr von Acai kann die von der Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) empfohlene Zufuhrmenge für Mangan schnell überschritten werden. Sie liegt für Erwachsene bei 3 mg pro Tag, für Kinder von 7–11 Jahren zwischen 0,02-0,5 mg Mangan pro Tag. Eine deutlich erhöhte Manganzufuhr kann die Eisenaufnahme verschlechtern. Dies muss vor allem bei Kindern, Vegetariern und Menschen mit einem Eisenmangel berücksichtigt werden. Bei einer Überdosierung von Mangan drohen Muskelschmerzen, allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit und Sprachstörungen.

Ferner weist die Verbrauchzentrale darauf hin, dass potentielle Wechselwirkungen mit Arzneimitteln oder allergische Reaktionen gerade bei exotischen Lebensmitteln grundsätzlich nie auszuschließen sind.

Acai-Produkte können mit Mineralölkohlenwasserstoffen kontaminiert sein. Werden diese gespeichert, drohen insbesondere an der Leber Schäden.

Quelle: Verbraucherzentrale


Autor: Sandra Göbel

Algen

Synonyme: Meeresalgen, Braunalgen, Rotalgen, Blasentang, Seetang, Kelp

Die Jodversorgung ist bei vielen Menschen in Deutschland grenzwertig. Algen-Produkte werden deshalb vor allem aufgrund ihres hohen Jodgehaltes beworben – sie sollen Jodmangel vorbeugen und lindern. Die im Handel erhältlichen Produkte enthalten ganz unterschiedliche Algenarten: etwa Süßwasseralgen wie Spirulina und Chlorella, oder Meeresalgen wie Kombu, Wakame und Hijiki. Oft werden sie unter der Bezeichnung „Seetang“ vertrieben.

Inhaltsstoffe von Algen-Produkten

Algen enthalten sehr hohe Mengen an Jod. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als Höchstmenge für die Jodzufuhr pro Tag:

  • Säuglinge 0–4 Monate: 40 Mikrogramm
  • Säuglinge 4–12 Monate: 80 Mikrogramm
  • Kinder 1–4 Jahre: 100 Mikrogramm
  • Kinder 4–7 Jahre: 120 Mikrogramm
  • Kinder 7–10 Jahre: 140 Mikrogramm
  • Kinder 10–13 Jahre: 180 Mikrogramm
  • Kinder 13–15 Jahre: 200 Mikrogramm
  • Jugendliche und Erwachsene 16–51 Jahre: 200 Mikrogramm
  • Jugendliche und Erwachsene ab 52 Jahre: 180 Mikrogramm
  • Schwangere: 230 Mikrogramm
  • Stillende: 260 Mikrogramm

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Algen können sehr hohe Jodmengen enthalten. Teilweise gehen diese über die empfohlenen Zufuhrmengen hinaus.

Je nach individueller Ernährungsweise wird der Gesamtjodbedarf oder ein Teil davon bereits über Lebensmittel gedeckt. Die Deckung des Gesamtbedarfs ist über jodiertes Speisesalz und Meeresfisch (1- bis 2-mal pro Woche) möglich. Zu besonders jodhaltigen Lebensmitteln zählen neben Fischen und jodiertem Speisesalz auch Milchprodukte sowie teilweise Wurstwaren oder Brot. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt als Höchstzufuhrmenge für jodhaltige Produkte 0,5 Milligramm pro Tag. Die Jodgehalte in getrockneten Algen- und Seetang-Produkten liegen laut BfR zwischen 5 und 11.000 Milligramm pro Kilogramm Trockengewicht – damit liegen sie teils deutlich über den Empfehlungen.

Algen-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel

Algen-Produkte werden getrocknet als Flocken oder Pulver sowie als Kapseln und Tabletten angeboten. Ihr Haupteinsatzgebiet ist das Vorbeugen und Lindern von Jodmangel. Doch der Jodgehalt der einzelnen Produkte schwankt enorm. Auch gesundheitlich bedenkliche Mengen können darin enthalten sein. Bereits mehrmals kam es zu Warnhinweisen und Rückrufaktionen von Meeresalgen-Produkten aufgrund überhöhter Jod-Gehaltes. Verbraucher sollten deshalb nur algenhaltige Nahrungsergänzungsmittel kaufen, die Angaben zum Jodgehalt und zur maximalen Verzehrmenge enthalten. Angaben zum Jodgehalt sind Pflicht, wenn Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit der Aufschrift "enthält Jod" oder "reich an Jod" verkauft werden. Besondere Vorsicht sollte bei Produkten aus dem Ausland gelten.

Für wen sind algenhaltige Nahrungsergänzungsmittel geeignet?

Algen-Produkte sind für Menschen geeignet, die an einem ärztlich diagnostizierten Jodmangel leiden oder diesem vorbeugen möchten. Die Einnahme sollte stets nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da sonst die Gefahr einer Jodüberversorgung besteht.

Nebenwirkungen von Algen-Produkten

Ein plötzliches Überangebot an Jod kann zu einer Schilddrüsenüberfunktion mit Herzrasen, Bluthochdruck, Gewichtsverlust, Nervosität und Schlafstörungen führen. Darüber hinaus kann die Jodzufuhr die körpereigene Jod-Produktion in der Schilddrüse hemmen und so zur Bildung eines Kropfes führen (Kropf = tastbare Vergrößerung der Schilddrüse). Auch immunologisch bedingten Erkrankungen der Schilddrüse durch eine überhöhte Jodzufuhr sind möglich. Um Neben- und Wechselwirkungen vorzubeugen, sollten Dauer und Dosierung der Jodzufuhr mit einem Arzt abgestimmt werden. Insbesondere Personen mit Schilddrüsenerkrankungen sollten auf die eigenmächtige Einnahme jodhaltiger Nahrungsergänzungsmittel verzichten.

Quellen:

www.verbraucherzentrale.de/nahrungsergaenzungsmittel-produktuebersicht-algen   
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/


Autor: Sandra Göbel

alpha-Linolensäure

Synonyme: Vitamin F, Omega-3-Fettsäuren, Eicosapentaensäure, Docosahexaensäure

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte, essentielle Fettsäuren mit drei Doppelbindungen an C-Atomen, deren erste Doppelbilding sich am dritten C-Atom befindet. Zur Gruppe der Omega-3-Fettsäuren zählen auch die beiden langkettigen Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure, die vom Körper aus alpha-Linolensäure gebildet werden. Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteile der Zellmembranen und Ausgangssubstanz für die Bildung von Gewebshormonen. Dadurch wirken sie auf den Blutdruck, den Fett- und Eiweißstoffwechsel, die Blutgerinnung, Entzündungen und die Immunabwehr.

Vorkommen von Omega-3-Fettsäuren

Die wichtigste Quelle für alpha-Linolensäure sind Pflanzenöle. Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure befinden sich vor allem in Algen und Fisch, beispielsweise Lachs, Sardellen, Thunfisch, Makrele oder Hering:

  • Leinöl: 56-71 Prozent
  • Walnussöl: ca. 13 Prozent
  • Rapsöl: ca. 9 Prozent
  • Atlantischer Lachs: ca. 1,8 Prozent
  • Atlantischer Hering: ca. 1,2 Prozent

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Leinsamen ist eine reichhaltige Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Diskutiert wird derzeit das optimale Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren in der Nahrung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betrachtet ein Verhältnis von 5 : 1 als wünschenswert. Leinöl enthält ein Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Säuren von etwa 1:3. Dies ist der höchste relative Anteil an Omega-3-Fettsäuren aller Öle.

Bedarf an Omega-3-Fettsäuren

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 0,5 Prozent der täglichen Energiezufuhr in Form von alpha-Linolensäure aufzunehmen. Bei Erwachsenen entspricht dies etwa 1,25 Gramm Omega-3-Fettsäure pro Tag. Diese Menge lässt sich durch eine abwechslungsreiche Ernährung sicherstellen, bei der zweimal wöchentlich Seefisch wie Hering und Lachs auf dem Speiseplan steht.

Um einen gesundheitsfördernden Effekt zu erzielen, ist auf ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren zu achten, das im Idealfall 5:1 beträgt.

Anzeichen eines Omega-3-Fettsäuren-Mangels

Ein chronischer Mangel an Omega-3-Fettsäuren fördert Entzündungen.
In Deutschland nehmen viele Menschen über die Nahrung zu viele Omega-6-Fettsäuren auf, sodass das Verhältnis der beiden Fettsäuren zueinander unausgewogen ist. Überwiegen die Omega-6-Fettsäuren deutlich, bildet der Körper verstärkt entzündungsfördernde Botenstoffe. Um dem vorzubeugen, ist eine ausgewogenes Zufuhr von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren (etwa 5:1) anzustreben.

Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren werden vor allem in Form von Algenpräparaten oder Fischölkapseln angeboten. Sie eignen sich für alle Menschen, die chronische Entzündungen oder Anzeichen eines unausgewogenen Fettsäurenverhältnisses aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr stärken möchten. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung mit Omega-3-Fettsäuren

Folgen einer hohen Omega-3-Zufuhr sind nicht bekannt.


Autor: Sandra Göbel

Antioxidanzien

„Antioxidanzien“, „freie Radikale“, „oxidativer Stress“: komplizierte Begriffe, die im Zusammenhang mit Anti-Aging immer wieder auftauchen. Antioxidanzien, vor allem in Form sekundärer Pflanzenstoffe, sollen nämlich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arteriosklerose, Arthritis und Krebserkrankungen schützen – indem sie zellschädigenden Prozessen, auch oxidativer Stress genannt, vorbeugen. Da diese von sogenannten freien Radikalen verursacht werden, bezeichnet man Antioxidanzien auch als „Radikalfänger“.

Vorkommen an Antioxidanzien in der Nahrung

Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zeigt eine Vielzahl an Nährstoffen eine antioxidative Wirkung:

  • Sekundäre Pflanzenstoffe: z. B. Beta-Carotin, Lycopin, Flavanol
  • Vitamine: A, B2, C und E
  • Mineralstoffe: Zink und Selen

Dementsprechend finden sich Antioxidanzien in vielen verschiedenen Lebensmitteln, z. B. ist Vitamin C in Obst und Gemüse enthalten, Vitamin E in Fisch, Nüssen und pflanzlichen Ölen, und Zink in Fleisch sowie Käseprodukten.

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Bitterschokolade enthält viele Flavonoide – ein sekundärer Pflanzenstoff, der antixodativ wirkt. Generell gilt bei Schokolade: Je dunkler, desto gesünder.

Bedarf an Antioxidanzien

Hierzulande gibt es keine konkreten Empfehlungen zur Antioxidanzien-Zufuhr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt jedoch den Verzehr von täglich 200 g Obst, 450 g Gemüse sowie ein bis zwei fischhaltigen Mahlzeiten pro Woche. Auf Grundlage einer solchen ausgewogenen Ernährung ist die Aufnahme von genügend Antioxidanzien gut sichergestellt.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde empfiehlt eine tägliche Zufuhr von 7000 sogenannten ORAC-Einheiten – das entspricht z. B. 75 g Blaubeeren oder einem großen Apfel. Der ORAC-Wert gibt die Fähigkeit eines Produkts an, freie Radikale unschädlich zu machen. Die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da es sich um reine Laborwerte handelt, die sich nicht zwangsläufig auf den menschlichen Organismus übertragen lassen.

Anzeichen für Antioxidanzien-Mangel

Eine unzureichende Versorgung mit Antioxidanzien kann zu verschiedenen Mangelerscheinungen führen. So war früher Skorbut eine verbreitete Krankheit aufgrund von Vitamin-C-Mangel. Ein Mangel an Vitamin B2 kann sich in Anämie, Hautproblemen und verschlechtertem Sehvermögen zeigen – letzteres ist auch typisch für Beta-Carotin-Mangel. Die vor allem in Entwicklungsländern unter Kindern verbreitete Kwashiorkor-Krankheit wird ebenfalls auf einen Mangel an antioxidativen Wirkstoffen zurückgeführt.

Antioxidanzien als Nahrungsergänzungsmittel

Antioxidative Stoffe sind in vielen Nahrungsergänzungsmitteln zu finden – allerdings in isolierter Form. Für sie ist bislang kein gesundheitlicher Nutzen wissenschaftlich nachgewiesen. Stattdessen nehmen Forscher an, dass das Zusammenspiel verschiedener sekundärer Pflanzenstoffe, Vitamine und Mineralstoffe in natürlichen Lebensmitteln ein schützendes Antioxidanzien-Netzwerk schafft.

Überversorgung mit Antioxidanzien

Die antioxidativen Wirkstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sind teilweise sehr hoch dosiert. Dies kann jedoch z. B. bei Vitamin C und Beta-Carotin einen gegenteiligen, prooxidativen Effekt haben. Die Auswertung einer Vielzahl an Studien ergab bei zusätzlicher Einnahme von Vitamin A, E und Beta-Carotin ein erhöhtes Sterberisiko. Zudem wird ein Zusammenhang von zu vielen Antioxidanzien mit Asthma, Allergien und Übergewicht diskutiert. An Nebenwirkungen können Vitamin E und Beta-Carotin in hoher Zufuhr Verstopfung, Durchfall und Blähungen hervorrufen, Vitamin A und C Juckreiz. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt folgende Höchstzufuhrmengen für Nahrungsergänzungsmittel vor:

  • Vitamin C: 225 mg
  • Vitamin E: 15 mg
  • Zink: 2,25 mg
  • Beta-Carotin: 2 mg
  • Selen: 25–30 µg

Quellen:
https://www.verbraucherzentrale.de/antioxidantien
https://www.gesundheitsinformation.de/nahrungsergaenzungsmittel-koennen-sie-auch-schaden.2321.de.html?part=medzwei-hl-2jxa-ci4y


Autor: Leonard Olberts

Appetithemmer

Synonym: Appetitbremsen

Abnehmen scheitert häufig am Heißhunger auf Süßes oder Herzhaftes. Abhilfe versprechen sogenannte Appetithemmer, die als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich sind und bei der Gewichtsabnahme helfen sollen. Nicht zu verwechseln sind sie mit Appetitzüglern, die als Medikamente verschreibungspflichtig sind. Pektin, Glucomannan oder Hoodia werden trotz ähnlicher Versprechen ebenfalls nicht zu den Appetithemmern gezählt.

Inhaltsstoffe von Appetithemmern

Appetithemmer enthalten für gewöhnlich Mate- oder Guarana-Extrakte. Mate- und Guarana-Sträucher sind in Südamerika beheimatet, ihre Produkte werden seit Jahrhunderten von Ureinwohnern konsumiert. Beide Extrakte zeichnen sich insbesondere durch einen hohen Koffeinanteil aus.

Gelegentlich findet sich in appetithemmenden Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Internet der anorektisch wirkende Arzneistoff Sibutramin. Aufgrund starker, zum Teil lebensbedrohlicher Nebenwirkungen ist er seit 2010 weltweit verboten und wird daher bei entsprechenden Produkten in der Regel nicht als Inhaltsstoff angegeben. Ähnliches gilt für das Anorektikum Rimonabant und das Laxativum Phenolphthalein. Um solche unseriösen Produkte zu umgehen, sollten Appetithemmer ausschließlich aus der Apotheke bezogen werden.

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Die Früchte des Guarana-Strauchs zeichnen sich durch ihren hohen Koffeingehalt (4–8 % in der Trockenmasse) aus. Auf den Appetit wirkt sich dies jedoch nur unwesentlich aus.

Appetithemmer als Nahrungsergänzungsmittel

Mate- und Guarana-Extrakte wirken anregend, leicht entwässernd und laut Verbraucherzentrale ganz leicht hungerdämpfend. Häufig werden sie in Form von Tees angeboten, Mate erfreut sich zudem als Limonade zunehmender Beliebtheit.

Zwar wird Mate mit einer Reihe positiver Wirkungen auf Gewicht und Gesundheit in Verbindung gebracht, wissenschaftlich belegt sind diese jedoch nicht. Auch ein Zusammenhang zwischen Koffein und Gewichtsabnahme konnte bislang nicht gezeigt werden. Die Verbraucherzentrale schreibt Appetithemmern auf Grundlage des derzeitigen Forschungsstands daher keine Wirkung bezüglich Gewichtsreduktion zu.

Für wen sind Appetithemmer geeignet?

Frei verkäufliche appetithemmende Produkte sind grundsätzlich für gesunde Menschen gut verträglich. Aufgrund des meist hohen Koffeinanteils sagen sie jedoch nicht allen Menschen gleichermaßen zu.

Gefahren von Appetithemmern

Einer aktuellen Untersuchung zufolge werden Mate-Produkte beim Abbau in Südamerika massiv mit dem möglicherweise krebserregenden Pflanzenschutzmittel Anthrachinon belastet. Das gilt insbesondere für geräucherten oder gerösteten Mate.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de/appetithemmer-fuer-ein-abnehmen-ohne-hunger


Autor: Leonard Olberts

Aronia

Die Aronia-Beere ist eine erbsengroße, schwarz-violette Beere, welche ursprünglich aus Nordamerika stammt. Inzwischen wird sie auch in Deutschland angebaut und als heimische „Superbeere“ für Schönheit und ein starkes Immunsystem beworben. Tatsächlich sind Aronia-Beeren reich an sekundären Pflanzenstoffen, wie Flavonoiden und phenolischen Säuren, die als gesundheitsfördernd gelten. Allerdings ist eine vergleichbare Menge an sekundären Pflanzenstoffen auch in anderen einheimischen Beeren enthalten, etwa in Heidelbeeren oder Preiselbeeren.

Inhaltsstoffe von Aronia-Beeren

Aronia-Beeren sind reich an sekundären Pflanzenstoffen, wie den Flavonoiden und phenolischen Säuren. Anthocyane und Proanthocyane sind für die rote bis schwarze Färbung der Früchte verantwortlich. Zudem enthalten Aronia-Beeren viel Vitamin C und weisen hohe Gehalte an Eisen, Folsäure und Jod auf.

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Gut für die Umwelt: Aronia-Beeren werden inzwischen auch in Deutschland angebaut und müssen nicht über weite Strecken eingeflogen werden.

Aronia-Beeren als Nahrungsergänzungsmittel

Aronia-Beeren sind als Saft, Marmelade, Kapseln, Pulver oder Trockenfrüchte erhältlich. Die Produkte werden in der Regel als Schönheitsmittel oder zur Stärkung des Immunsystems beworben – insbesondere sollen sie antioxidativ, antithrombotisch und blutdrucksenkend wirken. Wissenschaftlich anerkannt, ist die gesundheitsfördernde Wirkung vieler sekundären Pflanzenstoffe, insbesondere bei der Prävention von Erkrankungen. Einen stichhaltigen Nachweis für die nachgesagten positiven Effekte der Aronia-Beere auf Schönheit und Immunsystem gibt es allerdings nicht.

In Nahrungsergänzungsmitteln finden vor allem Aronia-Beeren-Extrakte Verwendung. Kritik bezieht sich zumeist darauf, dass deren genaue Zusammensetzung nicht bekannt sei. Zudem seien die ausgelobten Vitamine oft künstlich zugesetzt. Wer künstliche Zusätze vermeiden möchte, sollte deshalb lieber zu den frischen Früchten greifen. Bei Trockenfrüchten gilt es den hohen Zuckergehalt zu bedenken: 100 g enthalten rund 22 g Zucker.

Für wen eignet sich Aronia-Beeren?

Aronia-Beeren – ob frisch, getrocknet oder verarbeitet – eignen sich für alle Menschen, die sich ausgewogen und gesund ernähren möchten. Für die einzelnen sekundären Pflanzenstoffe können laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) keine konkreten Zufuhrempfehlungen gegeben werden.

Nebenwirkungen von Aronia-Beeren

In den Kernen der Aronia-Beere sind geringe Mengen an Amygdalin enthalten, welches im Körper die Freisetzung von giftiger Blausäure fördert. Das Max-Rubner-Institut gibt jedoch Entwarnung: Der Verzehr kleiner Mengen frischer, getrockneter oder verarbeiteter Aronia-Beeren ist laut den Experten gesundheitlich unbedenklich.

Wie allen Beeren können auch Aronia-Beeren je nach Herkunftsort mit Pestizidrückständen und Schwermetallen belastet sein. Bio-Produkte sind deshalb zu bevorzugen. Aronia-Beeren lassen sich auch gut im eigenen Garten anbauen. So können Verbraucher Pestizidrückstände ausschließen.

Quellen:


Autor: Sandra Göbel

Ascorbinsäure

Synonym: Vitamin C

Vitamin C erfüllt als wasserlösliches Vitamin zahlreiche Aufgaben im Stoffwechsel, unter anderem bei der Immunabwehr, der Blutgerinnung, für das Wachstum und die Wundheilung. Auch der Eisenhaushalt wird durch  Vitamin C reguliert. Darüber hinaus ist das Vitamin ein sehr effektives  Antioxidanz. Indem es in den Zellen freie Radikale abfängt, schützt es Körperzellen vor oxidativem Stress, vor vorzeitiger Alterung und eventuell sogar vor dem Entstehen von Tumoren.

Vorkommen von Vitamin C

Da der Körper kein Vitamin C produziert, muss der Bedarf komplett über die Nahrung gedeckt werden. Glücklicherweise kommt das Vitamin in nahezu allen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vor. In Fleisch und Fisch stecken allerdings nur geringe Mengen. Besonders reichhaltige Quellen für Vitamin C sind Zitrusfrüchte, Obst und Gemüse. Einige Beispiele:

  • Sanddorn: 450 Milligramm/100 Gramm
  • Schwarze Johannisbeere: 175 Milligramm/100 Gramm
  • Rohe, rote Paprika: 140 Milligramm/100 Gramm
  • Rosenkohl: 110 Milligramm/100 Gramm
  • Brokkoli: 95 Milligramm/100 Gramm
  • Orangen: 50 Milligramm/100 Gramm
  • Spinat: 50 Milligramm/100 Gramm

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Eine wahre Vitamin-C-Bombe: Sanddorn. Vitamin C sollte den Körper am besten über den Tag verteilt zugeführt werden. Das verbessert die Aufnahme des Vitamins. Eine Speicherung von Vitamin C ist dem Körper nicht möglich.

Bedarf an Vitamin C

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt als Richtwert für die tägliche Vitamin-C-Zufuhr:

  • Jugendliche und Erwachsene ab 13 Jahren: 100 Milligramm/Tag
  • Kinder (7-13 Jahre): 80-90 Milligramm/Tag
  • Kinder (1-7 Jahre): 60-70 Milligramm/Tag
  • Säuglinge (0-12 Monate): 50-55 Milligramm/Tag

Der Bedarf ist bei Stress, starker körperlicher Anstrengung, Infektionen, Dialyse und nach Operationen erhöht. Auch Stillende, Raucher sowie Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum benötigen eine höhere Dosis von täglich mindestens 150 Milligramm.

Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels

Ein chronischer Mangel an Vitamin C äußert sich durch Skorbut. Dabei sind die Infektabwehr und die Kollagensynthese gestört. Die Folgen sind Wundheilungsstörungen, Muskelschwund, Zahnfleischbluten und Zahnausfall. Auch Einblutungen unter der Haut und Hautveränderungen sind möglich. Ausgeprägte Leistungsschwäche und Infektanfälligkeit sind weitere Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels. Bei Kindern stehen Störungen der Knochenbildung im Vordergrund.

Ursachen eines Vitamin-C-Mangels:

  • Bei Gesunden kommt ein chronischer Vitamin-C-Mangel allenfalls durch eine unausgewogene Ernährung vor. Einem erhöhten Risiko sind vor allem Raucher sowie sich einseitig ernährende ältere Menschen ausgesetzt.
  • Ein vorübergehender Vitamin-C-Mangel droht bei Infektionen, starkem Stress oder nach chirurgischen Eingriffen.
  • Weiter wurden unter Dialyse-Patienten Fälle von Vitamin-C-Mangel beobachtet.

Vitamin C als Nahrungsergänzungsmittel

Vitamin-C-haltige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für alle Menschen, die Anzeichen eines Vitamin-C-Mangels aufweisen oder allgemein ihre Immunabwehr verbessern möchten. Darüber hinaus können Raucher, frisch Operierte, Senioren mit einseitiger Ernährung sowie Menschen mit chronischem Stress oder akuten Infektionen von einer höheren Vitamin-C-Zufuhr profitieren. Über Dosierung und Dauer der Einnahme berät der Arzt oder Apotheker.

Überversorgung mit Vitamin C

Eine Überdosierung ist nur durch Zufuhr von künstlichem Vitamin C möglich. In hoher Dosis führt Vitamin C häufig zu Durchfall. Da es stark sauer reagiert, begünstigt eine überhöhte Zufuhr von Vitamin C außerdem Zahnschäden und die Entstehung von Nierensteinen. Bei einer Harnwegsinfektion lässt sich der Ansäuerungseffekt auf den Urin auch gezielt ausnutzen – weil Harnwegs-Bakterien in einem sauren Milieu deutlich schlechter gedeihen, kann Vitamin C die Therapie eines Harnwegsinfekts wirksam unterstützen.


Autor: Sandra Göbel